Journalistisches...

„Sie wollen Kapitalismus ohne Demokratie – wir wollen Demokratie ohne Kapitalismus!“


Die Verarmung der Bevölkerung schreitet beständig voran. Von wirklichem Widerstand hiergegen vernimmt man jedoch kaum irgendwas. Fast scheint es, als gäbe es in der Bevölkerung weit überwiegend Zustimmung zur neoliberalen Agenda, die sich selbst ohnehin als alternativlos geriert. Und als seien die wenigen, die sich ihr entgegensetzten, fast alles Kriminelle, Radikale, Gewalttäter. Doch der Schein trügt. Denn es gibt ihn – den „Widerstand im Herzen des europäischen Krisenregimes“. Und trotz aller medial-politischen Verleumdungen, Verdrehungen und Kriminalisierungsversuche ist er so agil wie selten zuvor. Jens Wernicke sprach mit Ulrich Wilken, Vizepräsident des Hessischen Landtages, zur Perspektive des Blockupy-Bündnisses und der Notwendigkeit linker Antworten auf die soziale Misere im sich zunehmend totalitärer gebärdenden Land.

Weiterlesen: http://www.nachdenkseiten.de/?p=30821

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2 Gedanken zu “„Sie wollen Kapitalismus ohne Demokratie – wir wollen Demokratie ohne Kapitalismus!“

  1. Hallo Herr Roth,
    prima Intreview aber…
    Von der Theorie des tiefen Staates und einer zielgerichteten Absprache der Eliten die zu einem neuen autoritären Staat führen soll, bin ich nicht überzeugt.

    Ich will mich zu allererst als Anhänger der Machttheorien von Michel Foucaul outen und der Ansätze von Ernesto Laclau. Ganz allgemein gesprochen ist es dieser Kapitalismus der die einzelnen Personen in die Machtpositionen bringt und nicht umgekehrt. Wir alle sind Mitverantwortlich ür das System. Diese Unterscheidung ist wichtig. Es sind nicht DIE, die über uns bestimmen, wir alle sprechen ihnen die Macht zu die sie über uns haben.

    Wer sich aus der Verantwortung herausnimmt handelt selbst unverantwortlich. Das ändert nichts an der Richtigkeit der Ausführungen über die Strukturen in Geheimdiensten und Politik und die dort herrschenden Überzeugungen.

    Letztendlich sind wir von dem Dilemma des Scheiterns des globalen Kapitalismus alle betroffen. Wir sind es die unseren Lebensstandard nur durch die Unterdrückung und Ausbeutung der Menschen im globalen „Süden“ aufrechterhalten können.
    Wir sind die 10% der Weltbevölkerung die 80% der globalen Ressourcen verbrauchen
    Wir profitieren seit Jahren vom globalen Neoliberalismus und verschliessen die Augen vor den totalitären und imperialen Strukturen die er im Namen unseres Wohlstandes in der Welt errichtet hat.

    Im Bild von Alan Kurdi kollidieren die humanistischen und ethischen Werte die wir glauben im „Westen“ zu vertreten mit der bitteren Realität der imperialen Ausbeutung. Jetzt erkennen wir, oder spüren im kollektiven Unterbewusstsein, dass diese Werte nicht mit dem Handeln an unseren Grenzen und in den Herkunftsländern vereinbar sind.

    Westliche Werte und westliche imperiale, totalitäre Realität und Wohlstand sind nicht unter einen Hut zu bringen sobald sie öffentlich sichtbar werden. Wir selbst wären diejenigen die den Wohlstand teilen müssen wenn wir unsere Werte ernst nehmeh würden und wir leben in dem Irrglauben wir hätten uns diesen Wohlstand selbst verdient. Kein Politiker also kann jemals zugeben, dass die Angleichung der Lebensstandards bei uns beginnen muss ohne seine Wählerschaft zu verlieren.

    Nur wenn wir hier eine globalisierbare, postkapitalistische Alternative zum neoliberalen Wirtschaftsmodell vorleben, können wir hoffen die Fluchtursache „globalisierter Kapitalismus“ zu beseitigen.

    So stehen wir und diejenigen in den Machtpositionen vor der Wahl, entweder uns ideologisch zu einem faschistoiden, rassistischen, totalitären Imperialismus zu bekennen der sich hinter waffenstarrenden Mauern verschanzt, oder zu einer revolutionären Wende in einen neuen postkapitalismus von dem wir gar nicht wissen wie er aussehen könnte, da wir das Wissen über sozialistische, anarchistische und kommunistische Modelle unterdrückt haben.

    Diese Wahl ist zu schrecklich als das wir sie Wahrhaben wollen. Die Eliten sind natürlich eher dem faschistoiden Imperialismus zugeneigt. Wir aber tun alles um uns dieser Realität nicht stellen zu müssen. Auf lange sicht aber wird uns diese Realität einholen und eine dieser beiden Alternativen wird sich durchsetzen müssen wenn nächstes Jahr 2 übernächstes 4 und überübernächstes 8 Millionen zu uns wollen, weil sie zu recht davon ausgehen, dass der Wohlstand den wir hier haben auf ihrem Rücken geschaffen wurde.

    PS: Wer nicht der Meinung ist dass die Fluchtursache Nr 1 der globale Kapitalismus ist dem sei dieser Artikel des Dekans der Fakultät für internationale Studien des MIT (rennomierteste UNI der Welt) John Tirman ans Herz gelegt:

    https://www.bostonglobe.com/opinion/editorials/2015/06/01/the-global-migrant-crisis/cQZsJl2wafcCDvwOIAnCAN/story.html

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