Fremdes..., Gedichte...

Wildgänse


Du musst nicht gut sein,
Du musst nicht hunderte von Meilen
auf deinen Knien durch die Wüste rutschen
und bereuen.

Du musst nur das zarte Tier deines Körpers
lieben lassen, was es liebt.

Erzähl mir von deiner Verzweiflung
und ich erzähle dir meine.
Während sich die Erde weiter dreht,
während die Sonne
und die klaren Regenkiesel
über die Landschaften ziehen,
über die Prärien
und die tiefen Wälder,
die Berge und die Flüsse.

Während die Wildgänse,
hoch in der klaren blauen Luft fliegen,
ihrem Zuhause entgegen.

Wer du auch bist,
ganz gleich wie einsam,
die Welt zeigt sich dir
in deiner Vorstellung,
ruft dich wie die Wildgänse,
rauh und aufgeregt –
und verkündet immer wieder
deinen Platz
in der Familie der Dinge.

(Mary Oliver)

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2 Gedanken zu “Wildgänse

  1. marie schreibt:

    danke für das gedicht
    und generell dank für das sichtbar machen von kunst im alltag

    ich lebe in berlin – verfolge die zerstörung der tradtionellen volksbühne am rosa-luxenburg-platz – aber könnte auch viele andere beispiele nennen, die neuerdings als „kunst“ auf uns losgelassen werden

    ich kann ohne kunst nicht leben, doch sie wird behindert, uminterpretiert und in sogenannte „neue gleise“ geschoben und durch unterhaltsamen firlefanz verdrängt ins fast unsichtbare abseits …

    ist dies einfach nur dumm und unsensibel, unmenschlich und zerstörerisch oder ist es ein eiskalter plan der atmimosierung der menschlichen seele und ihrer zusammenhänge in sozialen gesellschaften?

    Die organischen schäden kommen fast unmerklich über den nicht sichtbaren, aber gut fühlbaren weg der psyche … nach aushungern, mit viren infizieren und nicht behandeln, ertrinken lassen – ist dies die teufliche methode der gegenwart, welche uns „rechtsstaatlich, gut gemeint und demokratisch legitimiert“ – so als wäre es unsere eigene idee – eingeimpft wird und instutitionell im kultur- und medienbereich sich immer weiter ausweitet – bis wir sie ganz vergessen – unsere gefühle und gedanken – denn nur wirtschaft und finanzen sind zu unserem „BESTEN“ geschaffen – und wer dies nicht befolgt ist ein feind, wer davor warnt ein vt …

    und nicht einmal finanzen und wirtschaft sind für eine glückliche und lebendige gesellschaft im einsatz …

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