Fremdes..., Seelisches...

Du trägst das Heilmittel in Deinem eigenen Herzen


Die Schäden von emotionaler Misshandlung können nicht an sichtbaren Narben gemessen werden, aber jedes Opfer verliert einen Prozentsatz seiner Leistungsfähigkeit. Und diese Leistungsfähigkeit bleibt so lange verloren, wie das Opfer in dem Kreislauf von „Verstehen“ und „Vergebung“ feststeckt. Der Misshandler hat kein „Recht“ auf Vergebung – solche Wohltaten können nur verdient werden. Und obwohl der Schaden mit Worten angerichtet wurde, kann echte Vergebung nur mit Taten verdient werden. (…)

Wenn du ein Opfer von emotionaler Misshandlung bist, kann es keine Selbst-Hilfe geben, bis du Selbst-Bezüglichkeit lernst. Das bedeutet, deine eigenen Maßstäbe zu entwickeln, für dich selbst zu entscheiden, was „Güte“ wirklich ist. Die kalkulierten Bezeichnungen des Misshandlers zu übernehmen – „Du bist verrückt. Du bist undankbar. Es ist nicht so passiert, wie du sagst“ – setzt nur den Kreislauf fort.

Erwachsene Überlebende von emotionaler Kindesmisshandlung haben nur zwei Wahlmöglichkeiten im Leben: lernen, sich auf sich selbst zu beziehen, oder ein Opfer bleiben. Wenn dein Selbstbild zerfetzt wurde, wenn du tief verletzt wurdest, und man dir das Gefühl gab, die Verletzung wäre nur deine Schuld, wenn du nach Anerkennung bei jenen suchst, die sie nicht verschaffen können oder wollen – spielst du die Rolle, die dir von deinem Misshandler zugewiesen wurde.

Es ist Zeit, aufzuhören, diese Rolle zu spielen, Zeit, dein eigenes Manuskript zu schreiben. Opfer von emotionaler Misshandlung tragen das Heilmittel selbst in ihren Herzen und Seelen. Rettung heißt Selbst-Respekt lernen, den Respekt anderer verdienen, und diesen Respekt zu dem absolut unreduzierbaren erforderlichen Minimum für alle intimen Beziehungen zu machen. Für das emotional misshandelte Kind ergibt sich aus Heilung „Vergebung“ – Vergebung für dich selbst.

Weiterlesen: http://www.vachss.de/mission/dispatches/disp_9408_a.html

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4 Gedanken zu “Du trägst das Heilmittel in Deinem eigenen Herzen

  1. LaPaula schreibt:

    Danke für den Beitrag. Ich denke allerdings, dass wir uns den Respekt anderer nicht verdienen müssen, sondern ihn im Gegenteil nur verwirken können. Er sollte Grundsatz sein, eine Art Vorauszahlung.
    Besten Gruß und schön von Dir zu hören.

    • jensejens schreibt:

      Offenbar hast Du das Thema verfehlt. Es geht um MISSHANDLUNGEN. Und darum, dass ein „Tut mir leid“ nichts ändert oder heilt. Nur TATEN tun dies. Übernahme von Verantwortung.

  2. Ute schreibt:

    Übernahme von Verantwortung für Verletzungen, die mannfrau und gesellschaftliche Gewaltstrukturen anderen zugefügt haben, setzt Einsicht und Einfühlungsvermögen bei den Mishandler_innen voraus und eine Veränderung von Herrschaftsverhältnissen.

    Schließe mich folgender Aussage des Kulturwissenschaftler u. Psychotherapeuten
    Christian Kohlross an, der in der Publik-Forum-Ausgabe Nr. 4 im Beitrag:
    „Muss der Westen auf die Couch“, sagt:
    „Ich fordere ein Grundrecht auf psychotherapeutische Selbsterfahrung. Bisher
    ist Psychotherapie nur an Krankheiten gekoppelt. Das halte ich für einen falschen Weg. Ich bin der festen Überzeugung, dass Selbstreflexion eine befriedende Wirkung hat – auch nach außen. Psychotherapie, die Erfahrung des eigenen Weltinnenraumes, sollte keine Ausnahme bleiben, sondern Normalfall werden – unabhängig von Krankheitsbildern. Sie müsste zur Regelleistung des Sozialsystems werden!“

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