Fremdes..., Seelisches...

Symbiotische und „reife“ Beziehung


In einer reifen Beziehung sind beide Partner „bei sich selbst“, das macht sie anziehend für den anderen. Bindung entsteht durch Anziehung, „Attraktion“. Beide fühlen sich frei, sich zu verändern, zu wachsen. Diese Veränderung erlebt der Partner als lebendig, als anziehend. Zwei Menschen, die in dieser Form den anderen achten, so wie er ist, können eine Beziehung leben, die von Respekt und Auseinandersetzung bestimmt ist und beiden Wachstum ermöglicht. Daraus entsteht eine tiefe Bindung.

In einer symbiotischen Beziehung entsteht Bindung durch Anpassung an den anderen, durch gegenseitige Abhängigkeit. Die Illusion der Symbiose: Verschmelzung mit dem anderen könne eine stabile Bindung ermöglichen.

Das Gegenteil ist der Fall. Um den anderen nicht zu verletzen oder zu verlieren, unterdrückt man die „unerwünschten“ Seiten – und erwartet vom Anderen dasselbe. Veränderung und damit Wachstum ist gefährlich. Wenn der andere sich verändert – wenn er z.B. eine neue Kravatte trägt, oder sie ein neues Parfum benützt – können schon Verlustängste auftreten.

Abhängigkeit macht aggressiv. In einer symbiotischen Beziehung wird Aggression unterdrückt, aus Angst, dadurch die Beziehung zu gefährden. Die unterdrückte Aggression staut sich, wird destruktiv. Die Betroffenen verlieren die Achtung für den Anderen – und für sich selbst. Sie finden nicht zueinander und können sich auch nicht trennen. Das kann die Hölle sein.

Die Ausprägung des Symbiosemusters spiegelt sich auch in der Sexualität eines Paares wieder – wie könnte es auch anders sein!

Der Versuch, die sexuellen Bedürfnisse des anderen zu erspüren, ihm zu einer sexuellen Befriedigung zu verhelfen, ist allzu oft verbunden mit einem Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse. Bisweilen „spielt“ der eine Partner – oft die Frau – dem anderen den eigenen Orgasmus vor, um ihn zu erregen, um ihm das Gefühl zu geben, ein guter Liebhaber zu sein. Um so den anderen zu binden.

Auf eine subtile Weise verlieren diese Partner jedoch die Achtung für den anderen – und für sich selbst, für ihre eigene Sexualität.

Anders in einer „reifen“ Beziehung. Behutsam öffnen sich die Partner für einander, entdecken gemeinsam die eigenen Bedürfnisse – und die des anderen. Sie begegnen dabei ihren eigenen unbewussten Verletzungen und Verboten und können es behutsam wagen, sie schrittweise dem anderen zu zeigen. Sie können sich gegenseitig dabei unterstützen, sich von „unsichtbaren Fesseln“ zu befreien.

Das macht Beziehung lebendig, das schafft eine zunehmende Vertrautheit, getragen von einer gegenseitigen Achtung.

Das ermöglicht eine wachsende gegenseitige Anziehung, welche die beste Grundlage – wenn auch keine Garantie! – für eine stabile Beziehung ist.

Um die Unterschiede deutlich zu machen, ist diese Beschreibung schematisch, in der Realität gibt es immer eine Mischung zwischen dem symbiotischen und dem „reifen“, selbstbestimmten Beziehungsmodus.

Quelle: Ero Langlotz

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