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Die neoliberale Invasion


Wieso ist der Neoliberalismus seit fast 50 Jahren so wirkmächtig? Eine mögliche Antwort auf diese Frage hat Edward L. Bernays bereits vor fast einem Jahrhundert formuliert: „Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und Einstellungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Organisationen, die im Verborgenen arbeiten, lenken die gesellschaftlichen Abläufe. Sie sind die eigentlichen Regierungen in unserem Land. Wir werden von Personen regiert, deren Namen wir noch nie gehört haben. Sie beeinflussen unsere Meinungen, unseren Geschmack, unsere Gedanken. Doch das ist nicht überraschend, dieser Zustand ist nur eine logische Folge der Struktur unserer Demokratie.“ Lässt sich mit dieser Sicht aus der Perspektive der PR die Wirkweise des Neoliberalismus und seines Netzwerkes erklären? Welche Ziele hat der Neoliberalismus, wer unterstützt ihn und wie wurde die politische Landschaft geprägt? Zu diesen Fragen sprach Jens Wernicke mit Sebastian Müller, Herausgeber des Mehrautorenblogs le Bohémien, der die neoliberale Invasion seit Langem kritisch begleitet und analytisch seziert.

Weiterlesen: http://www.nachdenkseiten.de/?p=36299

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Ein Gedanke zu “Die neoliberale Invasion

  1. Hella-Maria Schier schreibt:

    Philosophisch-psychologisch betrachtet. Die neoliberalen Denker scheinen das Gemeinschaftliche als Bedrohung und Gegenpol des Individuellen überzuempfinden. Sie definieren sich selbst und ihren Erfolg in der gelungenen Abgrenzung von Gemeinschaftsinteressen. „Ich mache was ich will und niemand hat mir was zu sagen“, daher die schon fanatische Abneigung gegen alles Soziale und gegen den Staat.Der Neoliberale macht den Eindruck eines Halbwüchsigen, der sich heftig gegen alle Fürsorge- und Bevormundungstendenzen der Eltern aufbäumt, um sich frei fühlen zu können. Vielleicht ist das noch die überkompensierende Aufarbeitung einer langen Vergangenheit der Unterdrückung durch feudale Herrscher und die Kirche, ganz abgesehen vom Nationalsozialismus. Die neoliberalen Denker scheinen nicht zu begreifen, dass ihre Freiheit nicht die Freiheit einschließt, andere zu unterdrücken und auszubeuten, sie endet vielmehr da, wo sie die Freiheit des Anderen zu sehr einschränken würde. Die Arbeitswelt ist meist streng hierarchisch organisiert, hier kann von Freiheit keine Rede sein, es wird getan, was der Boss will. Der Staat hingegen wird in einer Demokratie, zumindest dem Konzept nach, vom Volk gewählt. Trotzdem empfinden die Neoliberalen den Staat als ständige Bedrohung, tatsächliche Unterdrückung durch Vorgesetzte bei der Arbeit und durch mächtige Konzerne aber nicht. Das „Überleben des Stärkeren“ als Freiheitsvision, und immer geht es nur um Einzelne. Mit „möglichst wenig Staat“ unterdrücken immer die Starken die Schwächeren, die dann ständig mit ihrer Lebenserhaltung so beschäftigt sind, das es schwierig für sie ist, sich weiterzubilden. So werden Machtverhältnissse festgefroren. Was einen Teil der Linken daran anzieht, ist schwer zu erfassen. Vielleicht die verblendende Neigung der Neoliberalen, in allen Bereichen zu revolutionieren, nur nicht in den Eigentumsverhältnissen.

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