Journalistisches...

Pseudo-linke Neocons


Die Magdeburger Tortenattacke auf Sahra Wagenknecht war für die Massenmedien eine klassische Steilvorlage – ausführlich und bisweilen hämisch wurde über das Ereignis selbst geschrieben und gesendet. Die Hintergründe interessierten dann schon weniger; nach Ende des Parteitags der Linken wurde das Thema größtenteils verdrängt. Nicht so auf den NachDenkSeiten, die den politischen Hintergrund des Täters im politischen Spektrum einer skurrilen Splittergruppe verorteten, die sich die „Antideutschen“ nennt. Wer sind diese Antideutschen? Und wofür oder wogegen sind sie eigentlich? Darüber sprach Jens Wernicke für die NachDenkSeiten mit dem Publizisten und Linken-Politiker Jules Jamal El-Khatib.

Weiterlesen: http://www.nachdenkseiten.de/?p=33624

Standard

Ein Gedanke zu “Pseudo-linke Neocons

  1. Hella-Maria Schier schreibt:

    Auf einem Vortrag der kritischen Nahost-Korrespondentin und Buchautorin Karin Leukefeld zum Syrien-Krieg in der Kölner Luther-Kirche standen plötzlich ein paar junge Männer, etwa Anfang 20 auf und verkündeten, sie hätten nun genug gehört um sicher zu sein, dass wir Besucher dieser Veranstaltung – Leukefeld sowieso – alle Antisemiten seinen und aus dem Dunstkreis von Pegida kämen. Sie ernteten genervtes und verächtliches Gestöhne, während sie mit erhobenem Kopf als aufrechte Vertreter der „richtigen Gesinnung“ den Raum verließen.
    Also für mich verbreiteten sie den Dunstkreis von Inquisition. Da wurde einem fast mittelalterlich zumute. Auch im weiteren Bekanntenkreis bin ich dieser seltsamen geistigen Ausfallserscheinung unter Linken schon begegnet.
    Sie ist also durchaus verbreitet, wenn ich auch nicht sagen würde, dass sie von der Partei Die Linke ausgeht. Eher von den Grünen. Über die Achse Jutta Ditfurth, Claudia Roth…bis hin zu Joschka Fischer, der ja schließlich CIA, DIA, NSA und diverse amerikanische think-tanks quasi zu Nachbarn hat und von dem antideutsche Äußerungen tatsächlich bekannt sind, wie auch von anderen Grünen. Von ein paar Linken allerdings auch.
    Eigentlich sollten die meisten zu intelligent sein, um auf den unausgegorenen Quatsch hereinzufallen, aber es ist erschreckend, wie wenige Leute nachdenken.
    Der Gefühlsreflex, nur um Himmels willen nicht als rechts gesehen werden zu wollen, kann offenbar sämtliche Denkprozesse augenblicklich so lahmlegen, wie ein EMP den Strom. Dabei ist es natürlich offensichtlich, dass solche Ausfallserscheinungen eine Einladung an den politischen Gegner sind, einen für die eigenen Zwecke gehörig zu manipulieren.
    Ich halte diesen Reflex für absolut kontraproduktiv, man sollte den Mut und das geistige Selbstvertrauen haben, eigenständig beurteilen zu können, was ethisch ist und was nicht. Es war kennzeichnend für die Inquisition, dass sie dieses Recht und diese Fähigkeit den Menschen absprach.Hier muss allerdings auch die klassische Linke aufpassen (ich neige eher zu der anarcho-syndikalistischen Richtung), da auch sie zu Dogmatismus neigt. Dogmatismus ist aber immer von außen und nur begrenzt tauglich. Ethisch und human kann man auch unabhängig des Bekenntnisses zu irgendeinem Dogma sein!
    Die Antideutschen haben kapital- und USA -freundliches Gedankengut in das linke Parteienspektrum eingeflößt. Das Ziel war, die Linken vom Antikapitalismus wegzubringen – da vor allem Linke aber ein humanes, ideelles Ziel brauchen dass genug gefühlsmäßiges Engagement einschließt, bot es sich an, den antinationalen Aspekt der Linken stattdessen aufzubauschen. Das hatte noch andere Vorteile, da nicht nur Linke, sondern auch das internationale Großkapital den Nationalstaat überwinden wolle, der mit seinen jeweiligen unteschiedlichen Bestimmungen en Handelshundernis ist.(TTIP, CETA…)
    Insofern kommt linke Rhetorik gegen gegen das Festhalten am Nationalstaat dem Klassenfeind Großkapital gegenwärtig gut entgegen. Eine linke Internationale gibt es schließlich derzeit praktisch nicht. Setzt man dann Nationalstaat noch mit Nationalismus gleich, ist der EU-Skeptiker flugs zum „Nazi“ geworden.
    AfD & Co. können die rechte Gefahr dann gut sichtbar für alle darstellen und begründen – und die Flüchlingskrise gibt ihnen Nährstoff…
    Da kann es einen schon manches Mal nachdenklich machen, wenn man Linke lautstark gegen alle nationale Gebundenheit wettern hört. Wem helfen sie nun damit? In wessen Interesse tun sie das….unwissentlich?

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