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Wider die Grüne Ökonomie


Der allgemeine Wohlstand und seine ökonomischen und ökologischen Grundlagen sind in Gefahr, die Kluft zwischen Arm und Reich in der Gesellschaft wird immer größer. Das Konzept der »Grünen Ökonomie« offeriert hier Abhilfe und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Doch kann die »grüne« Technologie eine Lösung sein, wenn sie den Konsum weiter anheizt? Wenn sie noch mehr statt weniger Macht in die Hände der ohnehin schon Mächtigen legt? Und wer kommt eigentlich für die Folgekosten von Atomstrom, Fracking, Bioökonomie und anderem auf? Zu diesen Fragen sprach Jens Wernicke mit Barbara Unmüßig, Mitglied im Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung und Co-Autorin von „Kritik der Grünen Ökonomie“.

Weiterlesen: http://www.nachdenkseiten.de/?p=33189
Alternative Version: https://www.boell.de/de/2016/05/04/interview-mit-barbara-unmuessig-wider-die-gruene-oekonomie

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2 Gedanken zu “Wider die Grüne Ökonomie

  1. Viele gute Ideen. Naomi Klein hat in ihrem Buch zu „capitalism versus the climate“ ja vor 2 Jahren gut die Möglichkeiten, aber auch die vertanen Chancen seit 1988 und dem damaligen IPCC-Bericht beschrieben.

    Die Grünen selbst spielen seit langem in der Klimapolitik keine gute Rolle. Ihre Annäherung an neoliberale Positionen seit etwa 1995 suggerierte, der ungebremste Konsum von 500 Millionen Menschen, die soviel verbrauchen wie alle anderen 6,5 Milliarden Menschen, sei kein großes Problem. Es gäbe ökonomische Lösungen.

    Die ausgedehnte Billigfliegerei der letzten 2 Jahrzehnte etwa – oft x-mal im Jahr über Wochenenden, dazu Langstreckenflüge jährlich – ist immer noch befreit von Kerosin-, Mehrwert- und Ökosteuer. Warum? Selbst Frau Merkel kritisierte das 1995. Sie wollte die klimafreundlichere Bahn entlasten und Flugverkehr endlich besteuern. Von den Grünen (wie von CDU, SPD, FDP) hört man seit langem nichts mehr dazu. Und das ist nur ein Beispiel.

    Es fliegen seit Einführung der Billigflieger weltweit immer noch, soweit ich weiß, unter 10% der Menschheit, diese aber manisch und steuerbefreit. Es kann so nicht gelingen. Ein 3-Tagesticket für Hamburg oder Berlin für den Nahverkehr kostet manchmal mehr als ein nächster Billigflug in den Süden.

    Es gibt ein FAZ-Interview des Kollegen von Frau Unmüßig bei der Böll-Stiftung, Ralf Fücks, von 2009. Das ist ein typisches Beispiel dieser gescheiterten Klimapolitik. Da sprach Fücks ausgerechnet vom „Ökocalvinismus“, gegen den er sei. Grade der Kapitalismus aber, der auf massiver Ausbeutung der Ressourcen basiert, wurde wesentlich vom Calvinismus mitbeeinflußt! So verdreht man locker die Tatsachen…

    Wo gäbe es diese Fücksschen „ÖkocalvinistInnen“ in nennenswerter Zahl? Fücks konstruiert eher Leute, die es gar nicht gibt inmitten unseres Konsumrausches. Er sieht die Welt so, als wäre der Westen voller „in Sack und Asche gehenden“ Leuten.
    Als hätte irgendwer etwas gegen schöne Urlaube oder sei dagegen, auch mal zu fliegen. Fücks redet vom klimafreundlichen Flugverkehr, den es aber nicht gibt, und erfindet eine bisher unbekannte Form der CalvinistInnen, um seine Doppelmoral und die der grünen Ökonomie und Ökologie zu verdecken.

    Das ist green-washing. Naomi Klein und andere kritisieren das seit langem.

    Als kleiner Blick auf ein typisches Dokument dieser grünen Ökonomie ist das Fücks-Interview wirklich lesenswert: https://www.boell.de/de/node/277667

    Fast lustig, daß die guten Ideen von Barbara Unmüßig grade bei der Böll-Stiftung als Dossier erscheinen.

  2. Pingback: Wider die Grüne Ökonomie | KenFM.de

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