Journalistisches...

Die Querfront-Kampagne gegen die Friedensbewegung


Haben Sie es auch schon gelesen: Auf Friedensdemonstrationen trifft man heutzutage angeblich viele Rechte an. Die meisten, die das Völkerrecht verteidigen oder die Auswüchse des Casino-Kapitalismus kritisieren, sind latente Antisemiten. Wer gegen TTIP ist, verbirgt hinter linker Attitüde vielleicht nur dumpfen Nationalismus und Querfront-Sympathie. Und diejenigen, die nicht gleich alles glauben, sondern auf Ungereimtheiten auch hinweisen und sich der Mehrheitsmeinung nicht per se beugen: das sollen alles Spinner sein, weil sie an „Verschwörungstheorien“ glauben. Wie schwer es bei all den aktuell gängigen Verleumdungen, Verkürzungen und Verdrehungen heutzutage mitunter sein kann, für Frieden aktiv zu sein – darüber sprach Jens Wernicke mit der Autorin Katrin McClean, die beim „Friedenswinter“ aktiv war.

Weiterlesen: http://www.nachdenkseiten.de/?p=28643

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2 Gedanken zu “Die Querfront-Kampagne gegen die Friedensbewegung

  1. Alexander K. schreibt:

    Dieser Artikel – weitergelesen auf den Nachdenkseiten – hat mir etwas Hoffnung, und auch Argumentationskraft gegen die vielen Windmühlen in meinem Bekanntenkreis gegeben. Ich bin selbst Hallenser und hatte die Welt nicht mehr verstanden, als sich nach einem knappen Jahr Mahnwache mit viel gängiger Kapitalismuskritik und vielen flachen und tausendfach bekannten, in jedem Fall aber gutgemeinten, aktivistischen, auffordernden Beiträgen eine Woche für Woche größer werdende „Gegendemo“ eingefunden hat. Ich hatte mich selber nur ab und zu, wenn ich die Zeit hatte, dazugestellt. Und auf einmal konnte ich das nicht mehr, da war kein Durchkommen, durch die Massen an pfeifenden und trommelnden Gegendemonstranten. „Dazugehören“ wollte und konnte ich dann erstmal auch nicht mehr – zuviele bekannte Gesichter standen mit ihren Trillerpfeifen auf der anderen Seite. Das wars vorerst für mich und mein Straßenengagement. Da steckt ein tiefer Dorn in meinen Demofüßen. Jetzt versuche ich in Gesprächen, das verquerfrontete Bild gerade zu rücken. Es ist schön, so ein konstruktives Interview zu lesen, dass ein wenig die Selbstzweifel nimmt, man selbst sei nicht mehr ganz klar im Kopf.

  2. Krysztof schreibt:

    [Der Beitrag ist zwar schon zwei Monate alt, aber ich hoffe, es ist noch gestattet zu kommentieren.] Danke für das Interview mit der nüchternen Zusammenfassung der Reaktionen auf die Friedensaktionen.

    Gaz neu sind diese Diffamierungen aber nicht: in den 80er Jahren gab es z.B. einen ironischen Autoaufkleber „Hupen zwecklos, Fahrer wird von Moskau ferngesteuet“ und real-satirischerweise holt „Die Zeit“ mit der Schlagzeile „Dass man sie bis nach Moskau hört“ die „5. Kolonne Moskaus“ wieder aus der Propagandamottenkiste.

    Neu ist vielleicht, dass früher selber in der Friedensbewegung Aktive mittlerweile olivgrün eingefärbt sind und Kriegseinsätzen und außenpolitisch knallharter Konfrontation das Wort reden. Das verleiht deren Angriffen vielleicht in den Augen der Öffenlichkeit (soweit sich diese für das Thema überhaupt interessiert) Glaubwürdigkeit, ähnlich wie Einschnitte ins soziale Netz auch glaubwürdiger sind, wenn sie von ehemals sozialdemokratischen Politikern durchgesetzt werden.

    Zur Berichterstattung über den „Friedenswinter“ gibt es hier ein kleines satirisches Lied, das den Ton der Medien so perfekt trifft, dass mancher Hörer die Satire erst ab der dritten oder vierten Strophe bemerken wird (wenn direkt die Terminologie aus dunkler Vergangenheit aufgegriffen wird):

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