Ein Gedanke zu “Change, Reform und Wandel

  1. Ruth Luigs schreibt:

    Herzlichen Dank für den tollen Beitrag von Herrn Burkhard über die Bildungspolitik. In NRW wurde die Rückkehr zum G-9 durch eine Elterninitiative mit Unterschriften zur Abstimmung in den Landtag nach Düsseldorf gebracht. Als Ex-Philo Studentin aus Köln fuhr ich, da ich mich massiv über die Bildungspolitik in NRW aufgeregt hatte und einen Sohn im G-8 Genoveva-Gymnasium (einem Gymn. für Migranten habe) hin. Tatsächlich war Löhrmann im Gymnasium vorstellig geworden und die Eltern – abgesehen von mir – wussten gar nichts von dieser Elterninitiative. Sie sollten auch gar nichts wissen. Mein Versuch, diese Meldung an die Elternvertretung weiterzugeben – also im Gymnasium Unterschriften zu sammeln, blieb ohne Resonanz. Als Begründung, die ich gab, als Mutter, aber auch als jemand der durch Hochschulstudium in Gw mit Sprachen fit in Französ. und Englisch wäre, bemängelte ich die gesamte Ausdrucksfähigkeit meines Sohnes, die wenig eigenes Vermögen und Sicherheit im Umgang mit den gram. Formen zeige und gut ein weiteres Jahr vertragen könnte. Das ganze schlug in die völlig gemeine Reaktion der Englischlehrerin um, die meinem Sohn zuerst in einer vorgegebenen mündlichen Prüfung nach den Kriterien des Referenzrahmens für Sprachen mit einer fünf bewertete, dann allerdings meinte, er mache sich gut. Ich ging deshalb nicht zum Elternsprechtag. Die nächste Klausur wurde eine vier und die Zeugnisnote eine Fünf! Es gibt seit drei Jahren in der Beurteilung zur Leistung meines Sohnes kaum Veränderung Bewertung 4- diesmal abschliessend 5! Keine Motivation, eine Chance, keine Übungsaufgaben oder Hilfe, oder ein Entgegenkommen! – Wir hatten regelrecht „geackert“, intensiv Grammatik usw. wiederholt und geübt. Die Texte sind immer ideologisch à la Klett und Cornelsen über Mode und erste Liebe usw. Die Jungs sind in der Pubertät, 15 -16 Jahre und es bedarf viel Kraft, dagegen mit Engelszungen zusätzliche Motivation als Mutter locker zu machen. Ich bin auch nicht kritisch und ärgerlich auf die Lehrerin losgegangen, (das ist einfach nicht meine Art). Nur manche Übungen in den zahllosen Übungsheften sind überflüssig, Papierverschwendung und wenig zielführend. Da wird nur trainiert, was mit eigenem Engagement und klarem Gedankengang mal selbst formuliert und ausgedrückt werden müsste! Nur so lernt man das nämlich, stattdessen Bildchen, Kreuzworträtsel auf Englisch und inhaltlich totaler Blödsinn.
    Aber aus der Kontroverse an der Uni im Bereich Philosophie weiss ich, es ist eine reine Bildungsideologie(CDU-konservativer Kreise im neoliberalem Einverständnis mit links rechts Bildungspolitik trifft über die Jahre auf Privatisierung der öffentlichen Meinungen und Haushalte) Finanziert und unterstützt wurde das ganze auch von Reevangelisierungsplänen der Kirchen. (Schavan, Wertekanon, Religion verstärkt als Schulfach usw). Die G-8 Lüge z.B. trifft gerade die, die ja würden, wenn man sie liesse… (Mein Sohn ist nicht Migrant, sondern eigentlich nur wegen dem sozialen Engagement (Schulvertrag, nicht Mobben usw) auf diese Schule gegangen). Aber die Vermittlung von gutem Deutsch, die zuerst durch eine Philosophie/Deutschlehrerin der etwas älteren Generation vermittelt worden war, ist in den letzten zwei Jahren durch junge Referendare neuester Lehrideologie abgelöst worden und sichtbar nur noch funktional und inhaltlich massiv ideologisch. Da wird dann in der Klausur das Selbstbild behandelt von einer Autorin namens Stenfast. Mein Sohn hatte geschrieben, das Mädchen sei verwarlost! Seine Ansicht gefiel der Deutschlehrerin nicht und es lautete Thema verfehlt! usw. usw. Vor allem dass es einem regelrecht persönlich negativ ausgelegt wird, dass man sich für G-9 stark gemacht hat zeigt einfach nur, was sich hier abspielt. Gerade die mit Migrationshintergrund zahlen bis zu 300 Euro Nachhilfe monatlich und sollten ein grosses Interesse am G-9 haben, aber wie gesagt die Schulleitung hat so getan, als wüsste sie von nichts. Leider hat sie gewechselt, der jetzige Direktor hat einen anderen Schwerpunkte aus den Sozialwissenschaften…
    Die Landtagssitzung zeigte mir die Weigerung der Grünen, sich überhaupt mit dem Thema ‚Rolle-rückwärts in der NRW- Schulpolitik“ zu beschäftigen. Argumentiert wurde gar nicht, sondern ideologisch abgeblockt mit der Behauptung, dass es keine wissenschaftlichen Untersuchungen über das Leid der Kinder gäbe und die Lehrer- und Elternschaft G-8 schlecht machten: die Schüler sich so die Überforderung einredeten. (Hohenstein, der Initiator hat das noch mal bekannt gemacht). Die Rolle der EKD innerhalb der gesamten Politik ist ja völlig schräg. Der Kardinal von Köln hat Philo-Studenten, nicht-konfessionell gebunden den Einstieg ins Lehramt versagt, das Arbeitsrecht der Kirchen ist mit H. Kraft und Woelki erneut feierlich unterzeichnet worden, ohne Änderung! 80 % der Stellen sind in kirchlicher Trägerschaft. Dem Seinen gibt’s der Herr im Schlaf und noch dazu persönlich mit Name! – Ich als Mutter fühle mich immer mehr überfordert: beim besten Engagement, man läuft gegen die Wand! Alleine ist man völlig machtlos!
    Philosophie ein regelrechter Fluch; jede einzelne persönliche Ansicht von muss im Allgemeinen behandelt werden, wobei sich die hohen Geister in Schweigen hüllen: sie wären es nicht gewesen und sie könnten nichts dafür…so kann man auch Allgemeinplätze für sich im Voraus besetzen, sozialverträglich geht anders.
    Grüsse R. Luigs

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