Fremdes...

Ich bin hier,


weil es letztlich kein Entrinnen vor mir selbst gibt.

Solange ich mir nicht selbst in den Augen und Herzen meiner Mitmenschen begegne,
bin ich auf der Flucht.
Solange ich nicht zulasse,
dass meine Mitmenschen an meinem Innersten teilhaben,
gibt es für mich keine Geborgenheit.

Solange ich mich fürchte, durchschaut zu werden,
kann ich weder mich selbst noch andere erkennen –
ich werde allein sein.
Wo kann ich solch einen Spiegel finden,
wenn nicht in unserer Gemeinsamkeit.

Hier in der Gemeinschaft kann ich erst richtig klar über mich werden
und mich nicht mehr als den Riesen meiner Träume
oder den Zwerg meiner Ängste sehen,
sondern mich selbst – Teil eines Ganzen –
zu ihrem Wohl einen Beitrag leisten.
In solchem Boden können wir
Wurzeln schlagen und wachsen;
nicht mehr allein – wie im Tod –
sondern lebendig als Mensch unter Menschen.

(Richard Beauvais)

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